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adobestock 298646087 min - Häusliche Seniorenbetreuung: „Der Bedarf ist sehr groß und wird in den kommenden Jahren gigantisch wachsen“

Wie funktioniert die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft und auf was sollten Senioren achten? Unser Geschäftsführer und Experte für die 24-Stunden-Betreuung Stefan Lux gibt darauf im Interview die richtigen Antworten.

Herr Lux, erklären Sie bitte zunächst den Begriff der 24-Stunden-Betreuung!

Stefan Lux: In der häuslichen Seniorenbetreuung ist sehr oft von einem 24-Stunden-Konzept die Rede. Damit ist gemeint, dass Betreuungskräfte mit dem Senior im Haushalt leben und alle Aufgaben übernehmen, die der Senior in der Vergangenheit selbst erledigt hat. Der Begriff der 24-Stunden-Seniorenbetreuung hat sich zwar in der Breite etabliert, ist jedoch irreführend und nicht mehr zukunftsfähig. Denn es muss allen Beteiligten klar sein, dass es sich hierbei nicht um eine 24-stündige Arbeitszeit pro Tag handeln kann. Die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft stellt sicher, dass ältere Menschen die Unterstützung, die sie wirklich benötigen, um den Verbleib in den eigenen vier Wänden und eine hohe Lebensqualität sicherzustellen. Rotierend in einem mehrwöchigen bis hin zu einem mehrmonatigen Rhythmus wechselt sich die Betreuungskraft mit einer oder mehreren anderen Betreuungskräften ab. Die Arbeitszeit der Betreuungskraft wird über den Tag in verschiedene Zeitabschnitte eingeteilt und damit optimal an den persönlichen Tagesrhythmus und die eigenen Bedürfnisse angepasst.

Das bedeutet, dass die Betreuungskraft nicht 24 Stunden rund um die Uhr zur Verfügung steht?

Stefan Lux: Das ist korrekt. Wir legen höchsten Wert darauf, dass die Arbeitszeitgestaltung der Betreuungspersonen absolut rechtssicher für beide Seiten erfolgt. Ganz konkret ist von entscheidender Bedeutung, das sogenannte Konzept der 24-Stunden-Betreuung als das zu verstehen, was es wirklich ist: als eine Betreuung in häuslicher Gemeinschaft, bei der die Betreuungskraft in den wirklich wichtigen Situationen zur Verfügung steht und dann wesentliche soziale und medizinisch-hygienische Leistungen erbringt. Jeder sollte verstehen, dass eine Betreuungsperson auf keinen Fall 24 Stunden zur Verfügung stehen kann. Ein solches Vollzeitmodell wäre nur im Schichtbetrieb mit mehreren Betreuungspersonen möglich.

Wie ist denn überhaupt der Bedarf an diesen Dienstleistungen?

Stefan Lux: Der Bedarf ist bereits jetzt sehr groß und wird in den kommenden Jahren gigantisch wachsen. In Deutschland gibt es rund 17,5 Millionen Menschen, die 65 Jahre oder älter sind. Damit bildet die Zielgruppe Senioren einen prozentualen Anteil von rund 21 Prozent an der Gesamtbevölkerung in Deutschland. 2060 wird der Anteil laut Berechnungen bei rund 34 Prozent liegen. Ebenso fehlen dringend benötigte Kapazitäten in Pflegeheimen. Ohne Betreuung in häuslicher Gemeinschaft wären zusätzlich 200.000 bis 300.000 Heimplätze nötig – und zwar unmittelbar. Das ist aber Ding der Unmöglichkeit, weil hierfür das Personal fehlt. Auch bestimmte Erkrankungen können, vor allem in frühen Stadien, die häusliche Seniorenbetreuung notwendig machen. Dazu zählen vor allem Krebs und Alzheimer. Unter den 2018 erstmals an Krebs Erkrankten waren über 90.000 Patienten 80 Jahre und älter, und ohne Zweifel wird die Zahl der Hochbetagten in den nächsten Jahren weiter anwachsen. In Deutschland leben gegenwärtig rund 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Die meisten von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Jahr für Jahr treten mehr als 300.000 Neuerkrankungen auf, meldet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Infolge der demografischen Veränderungen kommt es zu weitaus mehr Neuerkrankungen als zu Sterbefällen unter den bereits Erkrankten. Aus diesem Grund nimmt die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich zu. Sofern kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingt, wird sich nach Vorausberechnungen der Bevölkerungsentwicklung die Krankenzahl bis zum Jahr 2050 auf rund drei Millionen erhöhen.

Was sind die typischen Aufgaben in der häuslichen Seniorenbetreuung?

Stefan Lux: Im Alter sind natürlich viele Menschen auf Unterstützung angewiesen. Dann machen die Knochen nicht mehr mit, wie sie sollen, vielleicht wird man auch ein wenig vergesslich, oder aber eine chronische Krankheit macht den Alltag komplizierter als in der Vergangenheit. In diesen Situationen brauchen ältere Menschen Begleitung bei ihren Aufgaben im Alltag, seien es die Haushaltsführung, die Körperpflege oder auch Einkauf, Kirchgang und Co. Entscheidend für sie ist, dass sie so lange wie möglich selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben können. Einkaufen, Putzen, Waschen, Kochen oder Bügeln, Anziehen und Ausziehen, Spaziergänge, Körperpflege und -hygiene: Die Betreuungskräfte der SHD Seniorenhilfe Dortmund wohnen mit im Haushalt und übernehmen alle Aufgaben, die der Senior in der Vergangenheit selbst erledigt hat. Wir entlasten den Kunden und die Angehörigen ganz gezielt, indem wir das Leben erleichtern und dafür sorgen, dass alle wesentlichen Aufgaben im Alltag für den Senior erledigt werden. Ebenso arbeiten die Betreuungskräfte eng mit den jeweiligen Ärzten und Therapeuten sowie bei Bedarf mit dem medizinischen Pflegepersonal zusammen.

Wie können diese Dienstleistungen finanziert werden?

Stefan Lux: Die monatlichen Betreuungskosten liegen je nach Umfang der häuslichen Seniorenbetreuung bei ca. 2500 Euro. Durch steuerliche Vergünstigungen, Pflegegeld und Zuschüsse zur Verhinderungspflege lassen sich diese Kosten um mehr als 1000 Euro monatlich reduzieren. Wichtig ist, dass die Kosten durch das Betreuungsunternehmen genau und transparent errechnet werden. Es gibt keine Faustformel dafür, weshalb Kunden bei festen Paketpreisen beispielsweise im Internet vorsichtig sein sollten. Bei der SHD Seniorenhilfe stellen wir genaue Musterberechnungen unter www.shd-dortmund.de/seniorenbetreuung-kosten zur Verfügung und haben einen Fragebogen zur Bedarfsermittlungentwickelt. So entsteht eine bessere Übersicht über den jeweiligen Pflegebedarf.

Sie als Unternehmer und Vorstandsmitglied im Branchenverband Verband für häusliche Betreuung und Pflege e.V. (VHBP) aktiv. Was hat es damit auf sich?

Stefan Lux: Der VHBP hat drei Ziele definiert: Rechtssicherheit für Betreuung in häuslicher Gemeinschaft; Eindämmung der Schwarzarbeit; Etablierung der Betreuung in häuslicher Gemeinschaft als dritte Säule der Versorgung alter und kranker Menschen. Ich trete gemeinsam mit dem Vorstand, den Mitgliedern und der hauptamtlichen Geschäftsführung vor allem dafür ein, für Senioren und Betreuungskräfte einen besonderen Schutz herzustellen und damit qualifizierte Betreuung in häuslicher Gemeinschaft in Deutschland sicherzustellen. Der VHBP schätzt, dass rund 90 Prozent der 300.000 Betreuungspersonen in Deutschland illegal tätig sind. Dieses Verhältnis wollen wir schnellstmöglich umkehren, durch eine moderne, angepasste Gesetzgebung Schwarzarbeit beenden und damit den Schutz für Betreuungspersonen und Kunden maßgeblich erhöhen. Wir streben das sogenannte österreichische Modell an, das über ein eigenes Betreuungsgesetz die Rechte und Pflichten der Kunden und der Betreuungskräfte klar regelt. Damit schaffen wir für die Betreuungskräfte legale Beschäftigungsverhältnisse und befinden uns im ständigen Austausch mit der Politik. Für dieses große und wichtige Ziel trete ich gerne ehrenamtlich ein, um die Zukunft der Betreuung in häuslicher Gemeinschaft in Deutschland aktiv zu gestalten.

 

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